ST. PETER UND PAUL

Katholische Kirchengemeinde Potsdam

Erfolgreiche Aufführung des Musiktheaters „Wenn möglich, bitte wenden!"

Theater querMit zwei ausverkauften Vorstellungen hatte im April 2014 das Theaterstück „Wenn möglich, bitte wenden!" im Treffpunkt Freizeit Premiere. Das Laien-Ensemble unserer Gemeinde mit insgesamt 50 Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen erhielt von den mehr als 400 Zuschauern mehrfach Szenenapplaus und kam nicht ohne eine Zugabe von der Bühne.

Die fünf selbstgeschriebenen Theaterszenen, von den Regisseuren Annette Edenhofer und Mathias Marx zum Thema „Lebenswenden" inszeniert, führten das Publikum durch Beziehungskonflikte, Lebenskrisen und deren Verwandlungschancen. Vermittelt wurden die Botschaften nicht nur von Schauspielern, sondern auch von Sängern, einem Chor, einer Band und einer Tänzerin.

Wenden Gefaengnis webBesonders beeindruckend war das Stück „Gefängnis". Geschrieben hat es Annette Edenhofer nach einer wahren Begebenheit. Der 15-jährige Hermann Schlüter war 1945 auf dem Potsdamer Schulhof  wegen verweigern des Russisch-Unterrichts verhaftet und zum Tode verurteilt wurden. Er saß unter anderem in dem berüchtigten KGB-Gefängnis Leistikowstraße ein. Schlüter wurde schließlich zu 20 Jahren Haft „begnadigt". Nur durch die beharrliche Intervention seiner Familie kam er nach fünf Jahren frei. Wenden Schlueter Woytinek webBis vor wenigen Jahren hat Schlüter, der zur Katholischen Gemeinde gehört, nicht einmal mit engsten Vertrauten über seine Erlebnisse gesprochen. Seine Rolle wurde von Jonas Woitynek gespielt.

Der 84-jährige Hermann Schlüter verfolgte am Sonntag die Aufführung seiner Lebensgeschichte sichtlich bewegt. Als der junge Schlüter-Darsteller und er vor das Publikum traten, wollte der Applaus kein Ende nehmen.

Wenden AdoptionUnter die Haut ging auch die Szene „Adoption", die von Mathias Marx nach einem Interview mit Hanna K. transkribiert und von Tochter Lydia mit dem Rücken zum Publikum gelesen wurde.

Weitere Szenen:
„Die Schwestern" von Carola Schalinski und Stefanie Schuster
„Radwechsel" von Andrea Herzig, Yvette Knorr, Konstanze Reiche
„Familienurlaub" von Mathias Marx

Programmflyer mit allen Mitwirkenden > hier
Fotografen: Martin Reiche, Phil Lucsok, Andreas Statt
Fotos in der Bildergalerie > hier

Besucherstimmen

Susanne Strecker und Horst Leyer, Blankenfelde-Mahlow: Wir kommen eben aus Potsdam zurück und dieses wunderbare Erlebnis Ihres Musiktheaters zu Lebenswenden in fünf Bildern wirkt noch nach. Einen tiefen Eindruck hat Ihre Generationen übergreifende gemeinsame Arbeit hinterlassen. Die Gemeinschaft, die in diesem dreijährigen Projekt entstanden ist, hat alle Anwesenden so spürbar und dicht ergriffen. Die Texte, Dialoge und szenischen Darstellungen und ihre Nähe zum wirklichen Leben und der starke Bezug zum Glauben hat uns beide tief berührt. Die wunderbare Musik klingt noch nach… Wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen [Annette Edenhofer und Mathias Marx - Anmerkung der Redaktion] und Ihrer „Truppe“ für dieses wunderschöne Erlebnis bedanken!